Unter der Rubrik “Interessante News aus Kanada – Nachrichten – Stets aktuell” erfahren Sie in Zukunft mehr aus dem Traumland Kanada.
Random House übernimmt McClelland & Stewart
Keine Beifallsstürme
Die Ankündigung, dass mit McClelland & Stewart der renommierteste kanadische Publikumsverlag ab sofort zu Random House gehört, hat innerhalb der kanadischen Buchbranche und bei den nationalbewussten Medien keine Beifallsstürme hervorgerufen. Besonders umstritten ist die Tatsache, dass das Department of Canadian Heritage als zuständige Aufsichtsbehörde den Deal bereits vorab abgenickt hatte.
Unter dem Dach von Random House of Canada soll McClelland & Stewart samt seinen Imprints New Canadian Library, Emblem Editions und Signal von seinem langjährigen Verleger Doug Pepper als eigenständiger Verlag weitergeführt werden. Dass keine Entlassungen geplant sind, besänftigt die aufgebrachten Gemüter nur wenig. Margie Wolfe, CEO des kanadischen Verlegerverbandes ACP, griff in Interviews zu markigen Worten: „Eine kulturelle Institution Kanadas wird zum Imprint eines multinationalen Konzerns in ausländischer Hand degradiert.“
Random House of Canada war bereits seit dem Jahr 2000 mit 25% an McClelland & Stewart beteiligt, die Mehrheitsanteile lagen bei der University of Toronto. Die Branchenikone verlegt u.a. mit Michael Ondaatje, Margaret Atwood und Alice Walker einige der prominentesten kanadischen Schriftsteller.
Quelle: Buchreport.de
Katze im Cockpit groundete Air Canada-Maschine
Mittwoch Morgen konnte ein Flug der Air Canada von Halifax nach Toronto nicht pünktlich starten, weil sich eine Katze im Cockpit verbarg.
Wie der Toronto Star meldet, hätte Flug 603 der Air Canada um 05:40 Uhr vom Internationalen Flughafen Halifax nach Toronto starten sollen. Doch die Katze „Ripples“ machte den Piloten einen Strich durch die Rechnung. Sie flüchtete aus ihrem Käfig und rannte stracks ins Cockpit.
Dort gelang es der Katze, sich zwischen Drähten zu verstecken, so dass es eine Weile dauerte, bis die Crew das Tier finden konnte. Doch damit war der Grund für den verspäteten Flug noch nicht beseitigt, denn es mussten Wartungsfachleute anrücken, die Wände des Cockpits abmontieren, um an das Tier heranzukommen. Danach wurde untersucht, ob das Tier Schäden an der Verdrahtung des Flugzeugs angerichtet hatte.
Nachdem sich herausstellte, dass das Flugzeug das Eindringen der Katze zwischen die Cockpit-Drähte technisch unbeschadet überstanden hatte, konnte das Flugzeug endlich abfliegen – vier Stunden später als vorgesehen um 10:00 Uhr morgens. Die Passagiere sollen die Verspätung mit Fassung getragen haben.
Quelle: Toronto-Star/tourexpi.com
Leonard Cohen präsentiert neue CD
Mit “Old Ideas” veröffentlicht Leonard Cohen am 27. Januar 2012 sein erstes Studioalbum seit acht Jahren. Die zehn neuen Songs des mit Spannung erwarteten Albums stellen mit Sicherheit einen Höhepunkt im Schaffen des einflussreichen Singer/Songwriters und Literaten dar.
Obgleich die eigentlichen Aufnahmen zu “Old Ideas” erst im Januar 2011 begannen, arbeitete Cohen bereits seit Jahren an den Songs und Texten. Zwei der Stücke, “The Darkness” und “Lullaby”, wurden bereits 2007 aufgenommen, und frühe Versionen waren im Rahmen der vor kurzem zu Ende gegangenen, ausverkauften Welttournee zu hören.
Einige Hinweise, was die Fans von dem neuen Album erwarten können, gab der 77-jährige Kanadier bereits im Oktober 2011 in Oviedo im Rahmen der diesjährigen “Prinz von Asturien”-Preisverleihung. Leonard Cohen hatte dort die höchste spanische Literatur-Auszeichnung erhalten. “Mit dem Älterwerden begriff ich, dass mit dieser Stimme auch Instruktionen einhergehen. Und diese Anweisungen lauten… jammere niemals einfach nur so. Doch sollte jemand jene große, unausweichliche Niederlage, die uns alle irgendwann erwartet, zum Ausdruck bringen müssen, so sollte dies stets innerhalb der strikten Regeln der Würde und Schönheit geschehen.”
Das Album wurde von Patrick Leonard, Anjani Thomas, Ed Sanders und Dino Soldo produziert. Cohen wird dabei von prominenten Background-Sängerinnen wie Dana Glover, Sharon Robinson, den Webb Sisters und Jennifer Warnes begleitet. Das Coverdesign und alle Zeichnungen im Booklet stammen von Leonard Cohen selbst.
“Old Ideas” ist Leonard Cohens zwölftes Studioalbum bei Columbia Records seit 1967. Seine während der Welttournee 2008/2009 mitgeschnittene DVD “Live In London” erreichte in Deutschland Gold-Status.
Mit seinen meisterhaften Werken als Songwriter, Musiker, Dichter, Schriftsteller und bildender Künstler berührte und inspirierte Leonard Cohen in seiner sechs Jahrzehnte andauernden Karriere Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Sein Umgang mit spirituellen, zwischenmenschlichen, romantischen und politischen Themen beeinflusste unzählige Musiker und Schriftsteller. Seine Alben verkauften sich weltweit mehr als zwanzig Millionen Mal und er veröffentlichte bislang zwölf Bücher, zuletzt 2006 mit “Book Of Longing” eine Sammlung von Poesie, Prosa und Zeichnungen. Das Buch erreichte Platz eins der kanadischen Bestseller-Liste.
Cohens Einfluss auf die Welt der Musik und des Theaters ist unschätzbar. Als er 2008 in die “Rock and Roll Hall Of Fame” aufgenommen wurde, bezeichnete ihn Lou Reed als “einflussreichsten Songwriter auf der höchsten Stufe”. Seine Lieder wurden von Hunderten von Musikern gecovert, darunter Jeff Buckley, Bob Dylan, Nina Simone, Johnny Cash, Lou Reed, Tori Amos, Nick Cave, Joan Baez, Harry Belafonte und Rufus Wainwright. Tribute-Alben zu seinen Ehren erschienen in Frankreich, Norwegen, Kanada, Spanien, Schweden, der Tschechischen Republik, Südafrika und den Vereinigten Staaten. 2008 wurde sein Klassiker “Hallelujah” zur am schnellsten verkaufenden Download-Single der europäischen Musikgeschichte, als drei verschiedene Versionen des Songs gleichzeitig in den britischen Singlecharts rangierten – Cohens Original, Jeff Buckleys berühmte Interpretation sowie eine neue Version der “X Factor”-Siegerin Alexandra Burke. Darüber hinaus fanden Cohens Songs Verwendung in zahlreichen Filmen und TV-Serien, so z.B. in “Watchmen”, “Die Passion Christi”, “Natural Born Killers”, “Die Wonder Boys”, “Pump Up The Volume”, “Secretary”, “The West Wing” und “The O.C.”.
Leonard Cohen wurde im Jahr 2010 mit einem “Lifetime Achievement Grammy” ausgezeichnet, 2008 in die “Rock and Roll Hall Of Fame” aufgenommen, 2010 folgte die Aufnahme in die “Songwriters Hall Of Fame”, 2006 in die “Canadian Music Hall Of Fame” und die “Canadian Songwriters Hall of Fame”. 2011 erhielt er den renommierten “Prinz von Asturien”-Preis, die höchste Literatur-Auszeichnung in Spanien, sowie den kanadischen “Glenn Gould Prize”, der an Menschen verliehen wird, die durch ihre Kunst das menschliche Dasein auf einzigartige Art und Weise bereichern. Darüber hinaus wurde er mit den höchsten zivilen Ehren seiner Heimat ausgezeichnet – seit 1991 darf sich Leonard Cohen “Officer of the Order of Canada” nennen, seit 2003 “Companion to the Order of Canada”, und 2008 wurde er in den Stand eines “Grand Officer of the National Order of Quebec” erhoben.
Bei seiner jüngsten Rückkehr auf die Konzertbühnen wurde er mit einhelligem Lob überschüttet – seine Tour, auf der er zwischen 2008 und 2010 insgesamt 247 Konzerte in 31 Ländern gab, sahen zwei Millionen Fans. Der London Daily Telegraph beschrieb seinen Auftritt als “außergewöhnlichen Musikabend”, die BBC stellte fest: “Leonard Cohens Stimme ist eine übernatürliche Gewalt”.
Quelle: Sony Music
Musikkritik zur CD
Der 77-jährige Kanadier legt auf seine alten, aber noch lange nicht gebrechlichen Tage ein Album vor, das an seine Meisterwerke der Siebziger und Achtziger anknüpft – an “Recent Songs” (1979) und “Various Positions” (1984). Bei diesen beiden Alben arbeitete Cohen mit der Songwriterin Jennifer Warnes zusammen – und jetzt arrangierte sie den ergreifenden Track “Show Me The Place”, bei dem sie auch den Backgroundchor singt.
Für die zehn Tracks seines zwölften Studioalbums hat Cohen neben Jennifer Warnes noch weitere Sängerinnen um sich geschart, die für sensible stimmliche Nuancierungen sorgen: Anjani Thomas, Dana Glover (engelsgleich auf “Come Healing”), die wunderbaren Webb Sisters Hattie und Charley, die ihn auf seiner Welttournee begleiteten, und seine langjährige Arrangeurin Sharon Robinson. Letztere zeichnete für den keyboardlastigen Sound seiner beiden letzten Alben, “Ten New Songs” (2001) und “Dear Heather” (2004), verantwortlich, die deshalb nicht wirklich überzeugten.
Dass Cohen jetzt die Tändeleien mit Synthies und E-Piano zurückfährt, bekommt den neuen Aufnahmen ungemein gut. So entfaltet jeder Track seinen eigenen unwiderstehlichen Charakter, mal mit Geige, mal mit dem Kornett, mal mit hymnischen Untertönen, mal als Blues (“Darkness”, gespielt mit seiner langjährigen Tourband). Auf “Crazy To Love You” singt der Meister sogar zur eigenen spärlichen Gitarrenbegleitung wie ganz am Anfang seiner Laufbahn Ende der 60er-Jahre. Und natürlich finden sich noch genug Keyboards in den Arrangements, und so freut man sich vor allem über den spärlichen, aber sinnvollen Einsatz der Hammond-Orgel.
Ach ja, und dann noch diese Stimme: In Stücken wie “Going Home” ist sie zwar eher ein raues Raspeln als das, was man gemeinhin unter Gesang versteht. Dennoch wirkt sie nie abgekämpft oder müde. Mit 77 findet Cohen mühelos zur Bestform zurück, diese “alten Ideen” klingen frisch und jung wie eh und je. Der sieben Jahre jüngere Bob Dylan wirkt inzwischen im Vergleich wie Cohens Opa.
Fazit: Reichhaltige Arrangements, sensible Kollaborateure, großartige Texte und die abgrundtiefe Baritonstimme – bei Cohens Zwölfter herrscht jetzt wieder wie früher die pure Magie. Möge er so alt werden wie Jopi Heesters und noch viele “Old Ideas” unters Volk bringen.
Quelle: musicwoche.de
| Interpret(en) | Leonard Cohen |
| Label | Columbia / Sony Music International |
| Vertrieb | Sony Music |
| Format | 1 CD (Longplay) |
| Genre | Rock & Pop |
| Auslieferung | KW 2012/04 |
| Bestellnummer | 97 98671-2 |
